SKY: Selbstsicher, Kompetent – For the Youth!

Selbstsicherheitstraining offline

Schüchternheit und soziale Befangenheit erlebt jeder Mensch in jedem Alter in gewissen Situationen. Meistens jedoch wird Schüchternheit als unveränderlicher Persönlichkeitszug gesehen. Dem muss so nicht sein, an Schüchternheit kann gearbeitet werden. Ergebnisse aus bisherigen untersuchungen sprechen dafür, soziale Ängste und Schüchternheit bereits im Kindes- und Jugendalter zu bearbeiten. Unser SKY-Training besteht aus insgesamt 14 Einheiten, die von Klinischen PsychologInnen durchgeführt werden, je eine Einheit wöchentlich.

Das Selbstsicherheitstraining offline fand an insgesamt drei Kooperationsschulen statt: BAKIP Steyr/OÖ., BAKIP Wien 10, sowie HLTW Wien 13 im Zeitraum von 2008 – 2010 statt.

Um die Effektivität des Trainings zu überprüfen, fanden wissenschaftliche Untersuchungen statt: So wurden die Klassen eingeteilt in eine Versuchsgruppe (Klassen, die das Selbstsicherheitstraining erhielten) sowie in Kontrollgruppen (Klassen, die das Training später erhielten) – beide Gruppen erhielten die Vorgabe derselben Fragebögen. Somit kann untersucht werden, wie sich SchülerInnen, die das SKY-Selbstsicherheitstraining erhielten, sich unterscheiden von SchülerInnen, die nicht am Training teilnahmen. Weiters wurde auch eine Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt (3 Monate nach Ende des Trainings) durchgeführt, um Langzeiteffekte des Selbstsicherheitstrainings zu untersuchen (und damit auszuschließen, dass die Effekte nur kurzfristig anhalten). Es ergaben sich signifikante Veränderungen hinsichtlich des Schweregrades der sozialen Ängstlichkeit bei den am Training beteiligten SchülerInnen. So werden Situationen wie zum Beispiel das Auftreten, Handeln und Sprechen vor Publikum oder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, nach dem Training nicht nur weniger gefürchtet, sondern auch weniger vermieden. Weitere Ängste wie beispielsweise vor Autoritätspersonen, vor Unterhaltungen mit Fremden oder davor, kritisiert zu werden, wurden nach dem Training als weniger belastend empfunden. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass das Selbstsicherheitstraining einen bedeutsamen Einfluss auf den Schweregrad der sozialen Ängstlichkeit hatte. Dieses Ergebnis wird noch verstärkt dadurch, dass es keinerlei vergleichbare Entwicklungen innerhalb der Kontrollgruppe gab. Im Bereich der sozialen Kompetenzen ergaben sich nach dem Selbstsicherheitstraining stark signifikante Verbesserungen innerhalb der Versuchsgruppe in den Bereichen „Standfestigkeit gegenüber Gruppen“, „Kontakt und Umgangsfähigkeit“, des „Selbstwertes“, „Empfindlichkeit und Gestimmtheit“ und „Gefühle und Beziehungen zu anderen“. Weiters wurden Verbesserungen in den Bereichen „allgemeine Effektivität in jeglichen Aspekten des Lebens“, „erfolgreicher Umgang mit Veränderungen“, „effektive Zeitplanung“, „positive Selbstkontrolle in Stresssituationen“, „kommunikative Kompetenz“, „Problemlösefähigkeit in schwierigen Situationen“, „Führungsqualitäten“ und „Energieaufwendung um Dinge durchzuführen“ erzielt.

Insgesamt kann daher davon ausgegangen werden, dass das Selbstsicherheitstraining ein praxistaugliches Instrument darstellt, um Schüchternheit und sozialen Ängsten zu bearbeiten.