Sei dein bester Freund

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu deinen Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal“

Talmut oder Gandhi, Quelle nicht näher bekannt

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Als Psychologe und Coach treffe ich mich mit vielen Menschen in verschiedenen Lebensumständen. Selbst außerhalb meiner Beratungspraxis komme ich nicht umhin, manche Dinge auch mit einem psychologischen Auge zu betrachten. Es ist erstaunlich, wie viel Energie Menschen aufbringen können, um ihr eigener Feind zu sein, Dinge zu überdenken und zu sehr in der Vergangenheit zu leben, anstatt sich auf das Heute einzulassen. Manche Menschen können einfach nicht anders!

Jedoch – und dafür gibt es Psychologen und Coaches, man kann auch anders. Mit meinem Blog, mit dem heutigen Artikel, möchte ich dich mit deinem größten Feind bekannt machen. Das sind nicht andere, das bist du selbst. Nur du selbst kannst dir helfen, und ich möchte heute ein paar Grundlagen für „happiness“, um glücklich zu sein, beschreiben.

Dinge überdenken und an sich zweifeln

Wir haben alle Fehler gemacht, und wir machen alle Fehler – und wir werden weiterhin Fehler machen. Wir haben alle Entscheidungen getroffen, größere oder kleinere, die wir im Nachhinein bereuen. Allerdings gibt es auch andere Dinge, es gibt Situationen, in denen wir anderen geholfen haben, es gibt nette Briefe oder Emails, die wir an andere versendet haben, wir haben mit jemandem gesprochen und ihm oder ihr geholfen und ihn oder sie bestärkt. Warum konzentrieren wir uns so stark auf negative Ereignisse, anstatt dass wir uns an positive Dinge erinnern?

Es ist erstaunlich, wieviel Energie Menschen aufbringen können, um sich auf negative Dinge zu konzentrieren. Sie überdenken Situationen, denken daran wie sie reagiert haben, wie sie eigentlich reagieren hätten sollen, etc. Unser aller Leben ist voll von Aufs und Abs geprägt, und wir machen alle unsere Fehler. Wie können wir erwarten, dass andere uns vergeben, wenn wir nicht in der Lage sind, uns selbst zu vergeben? Der erste Schritt ist daher, sich selbst zu vergeben…

Unsere Fehler die wir begangen haben, unsere Entscheidungen die wir getroffen haben – sie alle prägen uns und haben uns zu dem Menschen gemacht der wir heute sind. Wenn du also heute anders reagieren würdest als damals – Gratulation! Dann war die Vergangenheit ein exzellenter Lehrer, der dich vor weiteren Fehlern bewahrt. Blick nach vorne, und fokussiere vor allem auf die Gegenwart und auf deine Zukunft.

Deine Vergangenheit ist dein Lehrer – und sonst nichts

Wir haben alle unsere Fehler gemacht, niemand ist perfekt. Wir haben gute Tage, und schlechte Tage, in denen sich scheinbar die ganze Welt gegen uns verschworen hat. Wichtig ist, sich zu erinnern, dass das Leben aus Aufs und Abs besteht. Wenn wir ganz unten sind, werden wir auch wieder nach oben kommen. Es ist in Ordnung, wenn es Tage gibt, in denen wir uns nicht so gut fühlen. Es ist in Ordnung, wenn wir manchmal traurig sind. Und es ist auch in Ordnung, wenn wir manchmal Dinge oder Entscheidungen, die wir getroffen haben, bereuen. Es ist in Ordnung, solange es uns nicht daran hindert, im HEUTE zu leben und unser fantastisches MORGEN zu planen.

Jeder Fehler, den wir begehen, bringt uns näher zum Erfolg, jede Entscheidung die wir getroffen haben und treffen, macht uns zu dem Menschen, der wir sind. Es gab einen Grund warum wir Entscheidungen getroffen haben, wir haben es halt damals nicht besser gewusst. Nur sollten wir nicht zu hart mit uns selbst umgehen, das GESTERN oder unsere Vergangenheit sollen uns ein Lehrer sein, nicht mehr und nicht weniger.

Lass es einfach heute zu, dass jeder vergangene Moment ein Investment in eine bessere Zukunft ist!

Sei nicht dein eigener Feind

Wir alle haben diese kleine Stimme in unserem Kopf. Diese kleine Stimme, die uns zuflüstert „du könntest 5kg abnehmen“, „du bist nicht liebenswert“, „du musst mehr tun“, „kümmere dich mehr um andere als um dich selbst“, „das hast du nicht verdient“, „du wirst nie glücklich sein“ – kommt dir das bekannt vor? In einer mehr oder weniger ausgeprägten Variante kommen diese negativen Gedanken bei uns allen vor.

Das ist verblüffend. Anstatt gütig zu sich selbst zu sein, anstatt liebevoll mit sich selbst umzugehen, wählen viele Menschen einen negativen Umgang, und sind überstreng mit sich selbst. Sie hindern sich selbst am eigenen Glück! Sie fühlen sich schuldig, wenn sie einmal etwas gutes für sich selbst tun. Wir alle haben Tage, an denen wir uns eventuell schuldig wegen etwas fühlen, oder weil wir etwas nicht verdienen, aber es trotzdem haben. Schuld ist ein sehr nagendes Gefühl, das uns nahezu versteinert, bis wir nichts mehr machen können.

Versuche einfach, dir selbst dein bester Freund zu sein. Schreibe deine Gedanken auf, so wie sie während des Tages auftreten, und versuche sie systematisch in hilfreiche Gedanken umzuwandeln.

Gedanken, die dir weiterhelfen

Wenn du bewusst deine Zukunft ändern willst, musst du im Heute beginnen, und ein erster Schritt besteht darin, mit deiner Vergangenheit Frieden zu schließen. Die berühmten „Hätte ich… wäre ich …“ Gedanken bringen uns nicht wirklich weiter, sondern behindern uns in unserer Entwicklung. Das Gestern ist vergangen, alles was wir haben, ist das heute, und unsere Zukunft, für die wir selbst verantwortlich sind – fang heute damit an, dein Leben in kleinen Schritten in die Richtung zu lenken, wo du sein möchtest. Und übe selbstbestärkende und hilfreiche Gedanken. Wirklich glückliche Menschen sind nicht nur liebevoll zu anderen Personen – sie sind es in erster Linie zu sich selbst. Such gleichgesinnte Personen, die dich ebenfalls bestärken, und eliminiere systematisch Personen, die dir nicht gut tun. Wenn du eine bessere Welt für dich selbst möchtest, musst du in dir selbst beginnen.

Hilfreiche Gedanken und Einstellungen werden zu deinen Handlungen, zu deinen Gewohnheiten, zu deinem Charakter, und letztendlich auch zu deinem Schicksal!

Über den Autor: Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum ist Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe, zertifizierter Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologe, Autor und Herausgeber zahlreicher Artikel und Buchkapitel, Motivationscoach und professioneller Sprecher auf Konferenzen, sowie in der universitären Forschung (Sigmund Freud Universität in Wien sowie Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, USA) tätig. Seine Forschungsschwerpunkte fokussieren auf die Schnittstelle Psychologie und neue Medien (Online-Rollenspiele, Internetsucht, Internetgebrauch in der Praxis), virtuelle Realitäten sowie Games for Health (digitale Spiele und psychologische Interventionen). In seiner Onlineberatungspraxis fokussiert er vor allem auf positive Psychologie, um Menschen zu einem glücklicheren und erfüllteren Leben zu verhelfen, sowie auf wissenschaftlich fundierte kognitiv-lerntheoretisch/verhaltenstherapeutische Methoden.